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Praxis
Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich - Arno Widderich - Rottweil
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Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren haben beim Abnehmen eine immense Bedeutung.
Ob wir immer mehr Fett ansetzen oder eine ranke Bohnenstange bleiben, wird im Wesentlichen von den Hormonen bestimmt. Und hier liegt auch der Schlüssel zum Abnehmen: Durch eine gezielte Zufuhr bestimmter Mikronährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente Aminosäuren und Fettsäuren, regen wir den Organismus an, ausreichend schlankmachende Hormone zu produzieren.
Ob eine Fettzelle ihre Türen öffnet, um Fett aus dem Blut aufzunehmen oder abzugeben, wird vom Zentralnervensystem gesteuert und mit den zur Verfügung stehenden Hormonen und weiteren Signalstoffen geregelt. Der Hypothalamus als Oberbefehlshaber über alle Hormone produziert sogenannte Releasing-Faktoren, dazu gehört z.B. das Neuropeptid TRF, das für die Produktion der Schilddrüsenhormone verantwortlich ist. Die verschiedenen Hormone, die in bestimmten Lebenssituationen wie Erwachen, Schlafen, Stress etc. verstärkt über das Blutsystem ausgeschüttet werden, docken an den Rezeptoren der Fettzellen an und setzen eine ganze Reihe von weiteren biochemischen Vorgängen in Gang: Es werden sogenannte G-Proteine stimuliert. Diese G-Proteine, so haben Wissenschaftler jetzt festgestellt, tragen die Entscheidungskompetenz darüber, ob in der Zelle eine Lipogense (Fetteinlagerung) oder Lipolyse (Fettfreisetzung) stattfindet.
TRF (Thyroliberin)
- oberster Manager für Schilddrüsenhormone
Das Neuropeptid
TRF stimuliert die Bildung und Freisetzung von TSH aus der Hirnanhangdrüse.
TSH ist das eigentliche schilddrüsenstimulierende Hormon. TRF wird aus nur
drei Aminosäuren hergestellt: Glutaminsäure, Histidin und Prolin.
Schilddrüsenhormon
T3 (Trijodthyronin)
T3 ist das wichtigste
Hormon, das unseren Grundumsatz festlegt; d.h. T3 bestimmt, ob wir wenig oder
viel Kalorien am Tag für die Energiebereitstellung verbrauchen. T3 stimuliert
die Natrium-Kalium-Pumpe, sorgt also für den Nährstofftransport in die Zelle.
Fehlt T3, so kann auch in den Mitochondrien (Kraftwerken der Zelle) weniger
Fett verbrannt werden; die Mitochondrien können nicht mehr richtig funktionieren
und werden zum Teil lahm gelegt. T3 beeinflusst auch die Wirksamkeit anderer
Hormone. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse verlieren Insulin, Wachstumshormon
(STH), das Glukagon und Adrenalin ihren energieumsatzsteigernden Effekt. Zu
wenig Schilddrüsenhomon macht lethargisch und dick. T3 besteht aus Jod und
aus der Aminosäure Tyrosin. Für die Synthese sind Selen und Vitamin C erforderlich.
ACTH - das Wach- und
Weckhormon
Dieses Hormon
wird beim Erwachen in den Morgenstunden vermehrt zur Energiegewinnung ausgeschüttet.
Die Mitochondrien in den Zellen verbrennen u.a. das Fett dazu. ACTH ist auch
beteiligt an der Freisetzung von weiteren lipolytischen Hormonen wie Glukagon.
Der vom Hypothalamus für die Synthese von ACTH freigesetzte Stoff (CFR) besteht,
wie ACTH selbst, aus Aminosäuren.
Wachstumshormon (STH)
Dieses Hormon
wird im Schlaf produziert; es steigert die Eiweißsynthese und fördert den
Fettabbau. Übergewichtige zeigen charakteristischerweise erniedrigte STH-Konzentrationen,
was eine Gewichtsreduzierung oftmals erschwert. Die Freisetzung von Wachstumshormon
kann stimuliert werden durch Arginin und Glutamin; für seine Synthese sind
außerdem Vitamin B6, C, Zink und Mangan erforderlich.
Glukagon
Glukagon ist
der Gegenspieler des Insulins. Es hat die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel zwischen
den Mahlzeiten konstant zu halten und damit die Energieversorgung sicherzustellen.
Glukagon kann u.a. auch aus Glycerin gebildet werden, einem wichtigen Teil
der Fettmoleküle. Glukagon gehört zu den Homonen, die physiologischerweise
eine Sättigung auslösen.
Noradrenalin/ Adrenalin
In Stresssituationen
sind Noradrenalin und Adrenalin die Hormone, die für die Energiegewinnung
Fettsäuren aus den Zellen freisetzen. Noradrenalin ist im übrigen ein Hormon,
das die Stimmung hebt. Syntethisiert wird es aus den Aminosäuren Phenylalanin
und Tyrosin; außerdem werden Vitamin B6, C und Kupfer benötigt.
Arginin - für die Synthese
von viel Schlankheitshormonen
Arginin stimuliert
die Ausschüttung des schlankmachenden Wachstumshormons (STH).
Mehr dazu finden Sie hier: -> Arginin
Keine Gewichtsabnahme
ohne Carnitin
Carnitin hat
bei der Fettverbrennung eine Schlüsselrolle. Mit diesem Transportmolekül werden
alle langkettigen Fettsäuren in das Innerste der Mitochondrien geschleust,
um dort verbrannt zu werden. Bei einem Mangel an Carnitin werden außerdem
vermehrt Triglyzeride und Lipide synthetisiert, die sich dann wieder in den
Fettzellen einnisten können. Eine weitere fundamentale Rolle spielt Carnitin
bei der Energiegewinnung. Ohne Carnitin kann ein wichtiges Enzym im Citratzyklus
nicht gebildet werden, so dass der Citratkreislauf für die Energiegewinnung
unterbrochen wird. Die Herzmuskelzellen brauchen viel Carnitin. Adipöse Menschen
haben oftmals einen trägen Stoffwechsel. Um so mehr brauchen sie Carnitin,
um den Stoffwechsel wieder ins Ruder zu bekommen. Außerdem kann Carnitin hohe
Blutfett- und Cholesterinwerte senken. Carnitin wird synthetisiert aus den
Aminosäuren Lysin und Methionin unter Beteiligung von Vitamin C, B6, B3 und
Eisen.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Carnitin
Cystein schützt die
Schaltzelle aller Hormone - den Hypothalamus.
Cystein ist
ein wichtiger funktioneller Bestandteil des Glutathionmoleküls und schützt
dadurch den Hypothalamus vor freien Radikalen, wirkt also dem Absterben der
Zellen dort entgegen. Der Hypothalamus ist der Regulator für die Herstellung
sämtlicher Hormone. Eine Schädigung des Sättigungskerns im Hypothalamus führt
zu einer Appetitsteigerung und der damit verbundenen Gewichtszunahme.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Cystein
Taurin wird benötigt
für die Bildung von Gallensäuren.
Eine gute Versorgung
mit Taurin fördert die Ausscheidung von Cholesterin. Taurin stabilisiert Herzmuskelzellen,
kann blutdrucksenkend wirken und vor Arteriosklerose schützen.
Tryptophan für einen
ausgeglichenen Charakter.
Diese Aminosäure
ist die Vorstufe des Neurotransmitters Serotonin. Serotonin ist am Ess- und
Trinkverhalten und am Sättigungsgefühl beteiligt. Eine Zuführung von Tryptophan
kann sich unmittelbar dahingehend auswirken, dass wir weniger essen. Tryptophan
stabilisiert die Nerven und sorgt für einen ruhigen Schlaf (wichtig für die
Synthese von Wachstumshormon). Aus Serotonin wird der Neurotransmitter Melatonin
gebildet, der für den Schlaf-/Wach-Rhythmus verantwortlich ist.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Tryptophan
Je mehr Glycin, desto
mehr Wachstumshormon.
Glycin ist wie
Arginin und Glutamin eine Aminosäure, die den Wachstumshormonspiegel erhöhen
kann, wenn man es als Nahrungsergänzungsmittel einnimmt.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Glycin
Methionin spielt eine
fundamentale Rolle im Fett- und Eiweißstoffwechsel.
Es wird benötigt,
um Adrenalin herzustellen, eines der wichtigsten lipolytischen Hormone; dazu
werden außerdem Cholin, B6 und Folsäure benötigt. Methionin ist ebenfalls
Baustein von Carnitin.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Methionin
Phenylalanin ist Vorläufersubstanz
vieler lipolytischer (fettabbauender) Hormone.
Es ist Bestandteil
der Hormone Thyroxin, ACTH, der Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin und
Dopamin sowie von Endorphinen. Phenylalanin wirkt auf das Sättigungsempfinden.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Phenylalanin
Kein Schilddrüsenhormon
ohne Tyrosin.
Tyrosin ist
erforderlich für die Synthese des Schilddrüsenhormons Thyroxin. Dieses Hormon
bestimmt die Höhe des Grundumsatzes.
Mehr dazu finden Sie hier: -> Tyrosin
Vitamin C hat vielfältige
Aufgaben im Fettstoffwechsel.
Es kann vor
der Enstehung von zuviel Cholesterin schützen und ist wichtig für die Synthese
des Schilddrüsenhormons und von Noradrenalin. Außerdem ist es Bestandteil
von Carnitin. Stabile Nerven brauchen viel Vitamin C. Die Vitamin-Spiegel
beim adipösen Mensch sind oft sehr niedrig.
Magnesium wird für
den Fettabbau (Lipolyse) benötigt.
Magnesium ist
für die Energiegewinnung in den Mitochondrien unentbehrlich. Die fettfressenden
cAMP-Moleküle brauchen viel Magnesium. Magnesium ist an allen Stoffwechselfunktionen
beteiligt, bei denen Energie (ATP) gebraucht wird, so auch zur Übertragung
von hormonellen Signalen an die Zielzellen und zur Bindung an die Rezeptoren.
Auch für die Herstellung von Signalstoffen, die lipolytisch wirken, ist Magnesium
essentiell.
Keine Hormone ohne
Zink.
Zink ist ein
Enzymspender für den Bau vieler Hormone wie z.B. Wachstumshormon, Schilddrüsenhormone,
Sexualhormone etc. Bei Zinkmangel besteht eine Hypoglykämieneigung mit Folge
einer vermehrten Insulinausschüttung und dadurch Neigung zur Fettansetzung.
Außerdem wirkt Zink regulierend auf das Appetitzentrum im Gehirn.
Selenmangel verursacht
Heißhunger auf Süßes.
Neben Cystein
ist Selen Bestandteil von Glutathion, einem Stoff, der den hypothalatischen
Sättigungskern schützt. Naschkatzen haben oftmals einen erhöhten Selenmangel.
Seien spielt beim Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone ein wichtige Rolle.
Ohne Selen kann das schlankmachende Tyrosin nicht gebildet werden.
Chrom normalisiert
den Blutzuckerspiegel.
Damit wirkt
Chrom der Hypoglykämie entgegen. Chrom neutralisiert erhöhte Blutfettwerte,
trägt zur Aufrechterhaltung der Muskelmasse und zur Gewichtsreduktion bei.
Vitamin E schützt das
Fett vor dem Ranzigwerden.
Mit oxidierten
Fettsäuren können lipolytische Enzyme und Proteine kaum noch Verbindungen
eingehen, da sie in ihrer molekularen Struktur derart verändert sind, dass
sie von diesen fettabbauenden Substanzen gar nicht mehr erkannt werden. Vitamin
E ist ein starkes Antioxidans und schützt alle fetthaltigen Strukturen vor
freien Radikalen. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Vitamin E in
den Gehirnregionen, insbesondere auch in der Hirnanhangdrüse, als Regulator
über alle Hormone sowie in den Nebennieren und in den Geschlechtsdrüsen vermehrt
vorhanden ist.
Vitamin B6 wird benötigt,
um Proteine herzustellen.
Ohne Vitamin
B6 ist der Aminosäurenstoffwechsel gestört, und dadurch können auch keine
Neurotransmitter und Hormone gebildet werden.
Vitamin B2 baut Fett
ab.
Riboflavin hat
eine bedeutende Funktion im Energiestoffwechsel, weil es eine zentrale Rolle
für die ATP-Gewinnung spielt.
Niacin reguliert den
Blutzuckerspiegel.
Zusammen mit
Chrom ist Niacin (Vitamin B3) für die Ausschüttung des Glukagons im Blut verantwortlich.
Dieses Vitamin sorgt, zusammen mit Chrom, für den sogenannten Glukosetoleranz-Faktor
(GTF)
Einzelne Aminosäuren
können den Appetit beeinflussen.
Bei Übergewicht
kann eine gezielte Verabreichung von Phenylalanin, Valin, Methionin und Tryptophan
dazu führen, dass wir weniger essen.
Wenn im Stoffwechsel Mikronährstoffe wie bestimmte Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Fettsäuren unzureichend zur Verfügung stehen, hat dies generell weitreichende Folgen für den Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Die Synthese von Protein als Basisbaustein zahlreicher Stoffwechselprodukte wie Enzyme, Neurotransmitter, Hormone u.v.m. kann nur hinreichend stattfinden, wenn alle Vitalstoffe in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Wenn nur ein einziger Baustein fehlt, muss sich der Körper darauf einstellen - der Stoffwechsel läuft dann nur noch gebremst, die Fettverbrennung für den Energiestoffwechsel findet unter Umständen nur noch unzureichend statt.
Eine Diät hilft so manchem, innerhalb kurzer Zeit abzuspecken. Leider sind die Pfunde bei vielen genauso schnell wieder drauf. Auch hier ist die Ursache nicht selten in einer mangelnden Versorgung mit Vitalstoffen zu finden.
Fassen wir zusammen:
eingeschränkter
Energiestoffwechsel
man nimmt auch bei normaler Kalorienaufnahme zu, fühlt sich oft schlapp
und ist anfällig für Erkältungskrankheiten
eingeschränkte
Proteinsynthese (Eiweißaufbau)
mit weitreichenden Folgen für den Gesamtorganismus wie z.B. verminderte
Enzym- und Hormonsynthese, Störung des Neurotransmitterhaushaltes, dadurch
schlechtes psychisches Allgemeinbefinden und Schlafstörungen.
Die Nährstoffversorgung des Organismus läßt sich mit verschiedenen Methoden messen. Das Ergebnis eines entsprechenden Vitalstoff-Checks zeigt Stoffwechselzusammenhänge auf, Mikronährstoffdefizite und Überschüsse. Darauf kann man mit gezielten therapeutischen Maßnahmen reagieren, z.B. Veränderungen der Ernährung oder einer individuellen Ergänzung mit Mikronährstoffen. Diese Art des Vorgehens ist wesentlich effizienter als die "blinde" Einnahme irgendwelcher Nahrungsergänzungen und der Vitalstoff-Check ist in der Regel eine Basismaßnahme im Rahmen der medizinischen Gewichtsreduktion.
Auch wenn biokative Stoffe bei der "aktiven" Gewichtsreduktion
eine immer größere Rolle spielen: Allein durch Nahrungsergänzungen
oder das Einnehmen von Vitaminpräparaten kann man nicht dauerhaft Abnehmen.
Es gibt in diesem Sinne weder "Wunderkapseln" noch "Wunderpulver".
Man verliert zwar am Anfang oft relativ schnell einige Pfunde, bekommt dann
aber einen umso heftigeren Jo-Jo-Effekt.
Für einen langfristigen Erfolg ist ein vernünftiges und wirksames
Ernährungskonzept immer Grundlage und Voraussetzung.