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Praxis
Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich - Arno Widderich - Rottweil
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Darmkrebs ist mit 50.000 Neuerkrankungen und 30.000 Todesfällen pro Jahr die zweithäufigste Todesursache durch Krebs in Deutschland. Eine Früherkennung ist wichtig, um Tumore bereits im - meist noch gut zu behandelnden - Anfangstadium zu entdecken.
Die schon länger etablierten Vorsorgemaßnahmen (Abtasten des Enddarmes und chemischer Test auf verstecktes Blut im Stuhl) erwiesen sich als so unsicher, dass heute - zumindest ab dem 55. Lebensjahr - eine präventive Darmspiegelung empfohlen und von den Krankenkassen auch bezahlt wird (eine Übersicht finden Sie hier: Krebsfrüherkennung).
Da viele vor dieser manchmal etwas unangenehmen Untersuchung zurückschrecken, wurden gleichzeitig moderne Laboruntersuchungen entwickelt, um einen Darmkrebs mit höherer Sicherheit auch durch Stuhluntersuchungen nachweisen zu können:
Hämoglobin im Stuhl (immunologisch)
Viele Tumore bluten schon im Frühstadium. Wegen der zu diesem Zeitpunkt noch
geringen Größe lassen sich diese minimalen Blutmengen nur durch spezielle
Untersuchungen sichtbar machen. Der immunologische Nachweis des roten Blutfarbstoffs
im Stuhl ist die modernste und empfindlichste Methode dafür.
Mikroblutungen können allerdings auch durch Polypen, Hämorrhoiden oder entzündliche
Schleimhauterkrankungen verursacht werden. Zur Unterscheidung dienen die folgenden
Parameter:
Calprotectin und Lactoferrin im Stuhl
Dickdarmkarzinome gehen in 90-95% der Fälle mit erhöhten Calprotectin- und/oder
Lactoferrin-Werten einher.
Tumor M2-PK im Stuhl
Bei der M2 Pyruvatkinase handelt es sich um ein Enzym, das von Tumorzellen
in einer charakteristischen Abwandlung produziert wird und in Stuhlproben
nachgewiesen werden kann. Die Verwendung spezieller monoklonaler Antikörper
ermöglicht die sichere und zuverlässige Identifizierung dieses "Tumormarkers".
Bei einem positiven (auffälligen) Testergebnis sollte umgehend eine Darmspiegelung
durchgeführt werden.
Diese modernen Labortests werden bisher von der gesetzlichen Krankenversicherung allerdings nicht übernommen.
Noch ein Hinweis:
Die Bestimmung der Tumormarker im Stuhl ersetzt nicht eine Darmspiegelung
wenn Beschwerden bestehen und eine Darmkrebserkrankung sicher ausgeschlossen
werden muss. Das gleiche gilt für Menschen mit einem bekannten, individuell
sehr hohen Darmkrebsrisiko (z.B. familiär). In solchen Fällen können
die Stuhluntersuchungen nur eine ergänzende oder Intervallmaßnahme
sein.