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Praxis
Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich - Arno Widderich - Rottweil
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Die Pille danach, medizinisch postkoitale oder "Notfall"-Kontrazeption genannt, dient der Verhütung einer Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
In einer kürzlich veröffentlichten großen Studie wurden die drei momentan empfohlenen medikamentösen Therapieprinzipien der nachträglichen Verhütung ("die Pille danach") miteinander verglichen (Der Arzneimittelbrief, März 2003 S. 24).
Alle untersuchten Verfahren der Kontrazeption wirken mit ähnlicher Sicherheit. Die Rate der trotzdem eingetretenen Schwangerschaften lag zwischen 1,5% und 1,8 % (oder anders ausgedrückt: etwa 5 von 6 unerwünschten Schwangerschaften wurden verhindert).
Diese Zahlen gelten für eine Anwendung innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Verkehr und waren unabhängig von dem genauen Zeitpunkt der Einnahme innerhalb dieser 5 Tage.
Die Rate der Nebenwirkungen
unterscheidet sich je nach Medikament.
Die erwartete Regelblutung trat bei allen Methoden bei 55% der Frauen innerhalb von 2 Tagen um den erwarteten Termin auf. Bei den restlichen Frauen wurde, je nach Medikament unterschiedlich, der Termin der Blutung eher vorverlegt oder verzögert.
Der Arzneimittelbrief empfiehlt auf der Grundlage dieser Daten die einmalige Einnahme von 1,5mg Levonorgestrel (eines sogenannten Gestagens) innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Verkehr. Begründet wird dies mit der relativ geringen Nebenwirkungsrate und der Tendenz, die erwartete Regelblutung eher vorzuverlegen (und damit die Unsicherheit zu beenden). Dies entspricht 2 Tabletten eines in Deutschland zugelassenen Präparates.
Alle zugelassenen Präparate sind rezeptflichtig. Letztlich liegt es in der Verantwortung des verordnenden Arztes im Einzelfall das passenden Mittel aussuchen und dabei auch eventuelle Gegenanzeigen (Kontraindikationen) beachten.
Um es noch einmal ganz deutlich zu machen: Nur 5 von 6 unerwünschten Schwangerschaften können durch "die Pille danach" verhindert werden.